
Warum Albert Einstein und zwölf, ungehaltene Wikinger ein wichtiger Teil von mir sind und was die „furiosen Dreizehn“ mit meiner Arbeit zu tun haben:
In der Psychotraumatologie und Hirnforschung konnten in den letzten Jahren konkrete und drastische Auswirkungen und Folgen von psychischen Traumata auf die Verhaltensweisen und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen nachgewiesen werden, die sich unbehandelt bis ins späte Erwachsenenalter ziehen. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen, die in früher Kindheit innerfamiliär anhaltende Erfahrungen mit allen Formen von Gewalt (physisch, psychisch, sexuell), Vernachlässigung (emotional und materiell) und Verwahrlosung gemacht haben, zeigen sich dauerhafte Folgen. Oftmals entwickeln die Betroffenen chronische Traumafolgestörungen übererregter, reinszenierender und vermeidender Art.
Zudem sind traumatisierte Kinder, Jugendliche und (junge) Erwachsene ständig dem Stress des immer schneller werdenden Wandels der Umwelt und der Gesellschaft ausgesetzt.
Die Betroffenen leben in einem ständigen Gefühl der Hilflosigkeit, Ohnmacht und Isolation und erleben ihre Umwelt als nicht vorhersehbar, unkontrollierbar und nicht vertrauenswürdig.
Um sie wirksam zu stärken und vor weiteren Traumatisierungen und Retraumatisierung zu schützen, setze ich auf eine stress- und traumasensible Haltung – im direkten Kontakt, aber (vor allem bei jüngeren Kindern) auch in der Zusammenarbeit mit Eltern und dem Bezugssystem.
Meine Haltung beruht auf dem mir gegebenen Wesen und den unten angeführten Prinzipien der Traumapädagogik, die eine handlungsleitende Orientierung geben. Als Einheit wirken sie den psychischen und sozialen Dynamiken entgegen, die durch traumatische Hochstresserfahrungen ausgelöst werden und tragen so zur Stabilisierung bei.
Den Betroffenen einen sicheren Ort bieten zu können, an dem sie neue, korrigierende und ergänzende Erfahrungen machen können, sich selbst und ihre Handlungsstrategien verstehen lernen, Entwicklungshemmnisse aufholen und sichere Beziehungserfahrungen machen können, sind die wichtigsten Bestandteile meiner Arbeit.
Insbesondere der Aufbau und die Sicherstellung von verlässlichen, tragfähigen Alltagsbeziehungen ist dabei wesentlich, sowie auch die emotionale und soziale Stabilisierung von Kindern und Jugendlichen, sowie der Aufbau von Vertrauen zu sich selbst und zu anderen durch die Bausteine der Traumapädagogik:
1. Grundhaltung:
Eine wesentliche Basis der Traumapädagogik stellt die Grundhaltung dar. Sie umfasst das Wissen um Folgen von Traumatisierung und die Berücksichtigung biografischer Belastungen und legt den Schwerpunkt auf die Ressourcen und die Resilienz der Betroffenen. Die verstehende und wertschätzende Haltung bildet das traumapädagogische Fundament. Es ist mir wichtig, die individuellen Überlebensstrategien, die traumatisierte Kinder und Jugendliche entwickelt haben, in ihrer Funktion und ihren Auswirkungen zu verstehen – und das ohne Vorurteile, ohne Be- und Verurteilung, ohne Beurteilung von Richtig und Falsch:
2. „Alles was ein Mensch zeigt, macht einen Sinn in seiner Geschichte.“ – die Annahme des guten Grundes.
Der Mensch reagiert auf Traumatisierung mit vielerlei individuellen Verhaltensweisen, die jedoch für ihre Umwelt belastend sind. Aufgrund der Belastung geht häufig die notwendige Wertschätzung und auch Würdigung der Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen verloren. Um den Betroffenen jedoch zu ermöglichen, ihr Verhalten zu reflektieren und in Folge alternative Verhaltensweisen entwickeln zu können, sind die Würdigung und Wertschätzung der notwendig gewordenen Verhaltensweisen ein entscheidender erster Schritt.
3. „So wie du bist, bist du gut.“ – die Wertschätzung.
Traumatisierte Menschen erleben wiederholt intensive Hilflosigkeit, das Gefühl von Ohnmacht und Willkür. Dies führt dazu, dass die Betroffenen keinen Sinn und keinen Wert in sich und ihrem Handeln sehen. Dies führt dazu, dass „alte“ Gefühle, Gedanken und Beziehungsinhalte aus dem traumatischen Hochstresserlebnis immer wieder auf aktuelle, neue Situationen übertragen werden. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene müssen also die Möglichkeit bekommen, sich und das, was sie tun, zunehmend als wertvoll zu erleben. Also setze ich dort an, wo Stärken vorhanden sind und was von den Kindern und Jugendlichen gerne gemacht wird. So lernen sie sich mit ihren Stärken und Fähigkeiten zu erleben und sich selbst wertzuschätzen. Im geschützten, sicheren Raum ermögliche ich den Betroffenen den Aufbau eines positiven Selbstbildes und lasse ihr Selbstbewusstsein und ihr Selbstwertgefühl wachsen. Dies führt zur erforderlichen Korrektur der nicht-funktionalen Überzeugungen und Einstellungen und der schädigenden Verhaltensmuster. Hierfür wird das Geschehene in das Lebensmosaik eingeordnet und die traumatischen Erinnerungsebenen reguliert.
4. „Ich traue dir etwas zu, ohne dich damit zu überfordern“ – die Partizipation.
Wenn es um seelische Gesundheit geht, ist einer der wichtigsten Einflussfaktoren die Teilhabe an der Gestaltung des eigenen Lebens. Wenn Kinder und Jugendliche Autonomie (Ich kann entscheiden.), Kompetenz (Ich bewirke etwas.) und Zugehörigkeit (Ich gehöre dazu und werde für mein Sein wertgeschätzt) erleben können, wächst daraus positive Motivation. Meist erleben traumatisierte Kinder und Jugendliche eine extreme, existentielle Form des Kontrollverlustes und ihre Selbstwirksamkeitserwartung ist stark herabgesetzt bzw. erst gar nicht vorhanden, da ihr bisheriges Lebensumfeld geprägt von Gewalt, Vernachlässigung und/oder Missbrauch war. Drum ist es unerlässlich, Strukturen und Ansätze zu schaffen, die eine höchst mögliche Teilhabe entsprechend dem jeweiligen Entwicklungsstand ermöglichen.
5. „Du weißt jederzeit was, wann und wie passiert.“ – die Transparenz.
In der Biografie der Betroffenen gibt es Macht- und Hierarchiemissbrauchserlebnisse und sie haben einen willkürlichen Umgang mit Strukturen erfahren, die Kinder und Jugendliche eigentlich schützen sollten. Drum ist es so wichtig, dass sie von mir einen transparenten und verantwortungsvollen Umgang in allen Bereichen erleben. Der sichere, schützende Ort muss ein Ort der Berechenbarkeit sein, um ein Gegengewicht zur bisherigen Unberechenbarkeit des Lebensumfeldes setzen zu können. Damit die Kinder und Jugendlichen eine verstehende Haltung für ihre schädigenden Verhaltensweisen entwickeln können, bekommen sie von mir positiv und begründete Erklärungsansätze – entsprechend ihrem aktuellen Entwicklungsstand und Alter, aber immer absolut transparent.
6. „Viel Spaß und Freude, tragen auch viel an Belastung.“ – der Spaß.
Psychische Traumata gehen immer mit extremen Gefühlen der Angst, Ohnmacht, Scham, Trauer, Wut und Ekel einher und schaffen ein erhebliches Ungleichgewicht in der Belastungswaage. Daher ist es mir wichtig die Spaßseite zu beleben und ihr einen besonderen Schwerpunkt in meiner Arbeit zu geben – das bringt die Belastung und Widerstandsfähigkeit wieder ins Gleichgewicht. Kopf und Körper werden positiv Erlebt und Lernen und Entwicklung somit nachhaltig unterstützt. Spaß und Lachen aus ganzem Herzen unterstützen die Serotoninausschüttung. Diese braucht es als Gegengewicht zu erhöhten Adrenalinausschüttung, die durch das erhöhte Stresslevel von traumatisierten Kindern und Jugendlichen ausgelöst wird. Kinder und Jugendliche, die traumatisierende Hochstresssituationen erlebt haben, sind Überlebenskünstler – sie haben es geschafft, unter Extrembedingungen großartige Entwicklungsleitungen zu vollbringen! Drum erscheint es mir sinnvoll und ist großer Teil meiner Arbeit, die vorhandenen Ressourcen zu stärken und mit Spaß und Begeisterung neue Ressourcen zu entdecken.
Und wer sich jetzt noch fragt, was das mit Albert Einstein und zwölf ungehaltenen Wikingern zu tun hat? - das erzähle ich gerne im persönlichen Gespräch!

Akademische Abschlüsse | Aus- und Weiterbildungen:
- Studium Psychologie | Private University of Applied Sciences, Göttingen
- Traumapädagogik | Sigmund Freud Privat-Universität, Wien
- Trauma- und Krisenberatung und Traumazentrierte Fachberatung | Sigmund Freud Privat-Universität, Wien
- Therapeutisches Zaubern | Annalisa Neumeyer, INKIJU, Hinterbrühl
- NET/KIDNET Narrative Expositionstherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene | Prof. Dr. Thomas Elbert, PD Dr. Maggie Schauer, Dr. Elisabeth Kaiser und Dr. Kathy Robjant, NET-Institute, Deutschland & Österreichisches Traumapädagogikzentrum, Voitsberg
- Traumafokussierte Verhaltenstherapie mit Kindern und Jugendlichen | Dr. Nicole Szesny-Mahlau, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt & Trauma-Institut Salzburg
- I.B.T. – Integrative Bindungsorientierte Traumaarbeit ab dem Säuglingsalter | Katrin Boger, WZPP Weiterbildungszentrum für Psychologie und Pädagogik, Aalen
- T.A.s.K. – Traumasensible Arbeit mit (hoch-)strittigen Konfliktfamilien | Katrin Boger, WZPP Weiterbildungszentrum für Psychologie und Pädagogik, Aalen
- START & START-Kids: Stress-Traumasymptoms-Arousal-Regulation-Treatments | Andrea Dixius & Prof. Dr.med. Eva Möhler, Deutsches Traumakompetenznetz e.V., München
- Märchen und Geschichten als traumazentrierte narrative Interventionen | Mag. Helga Kernstock-Redl, Österreichische Akademie für Psychologie ÖAP, Wien
- Psychosoziale Prozessbegleitung für Kinder und Jugendliche | Bundesministerium Justiz, CLC - Center of Legal Competence, Wien
- Prozessbegleitung bei Hass im Netz | Bundesministerium Justiz, CLC - Center of Legal Competence, Wien
- Schutz und Hilfe bei häuslicher Gewalt | Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie, Baden-Würtemberg
- Umgang mit selbst- und fremdgefährdendem Verhalten von Kindern und Jugendlichen | Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie, Baden-Würtemberg
- Dynamiken und Folgen sexueller Gewalterfahrungen – Durchbrechen des Gewaltkreislaufes | Österreichische Akademie für Psychologie ÖAP, Wien
- Sexualisierte Gewalt bei Kindern und Jugendlichen – Prävention und Intervention | Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie, Baden-Würtemberg
- Frühe Hilfen und Interventionen im Kinderschutz | Elternkompetenz stärken, Eltern-Kind-Interaktion begleiten, Ressourcenorientiert mit Familien arbeiten, Entwicklung begleiten, Lebenswelt Familie verstehen, Hinweise auf Kindeswohlgefährdung, Qualitätsentwicklung Frühe Hilfen, Stillen ressourcenorientiert begleiten | Nationales Zentrum Frühe Hilfen & Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Deutschland
- Trauma im Kontext Flucht und Asyl – Traumatherapie mit Geflüchteten | Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie, Baden-Württemberg
- Gute Kinderschutzverfahren | Juristische Fakultät Georg-August-Universität Göttingen & Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie, Baden-Württemberg
- Schutzkonzepte für Organisationen, die Kinder, Jugendliche und Geflüchtete betreuen | Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie, Baden-Württemberg
- Häusliche Gewalt | Mag. Sandra Gerö, Österreichische Akademie für Psychologie ÖAP, Wien
- Mnemotechniken – Gedächtnistraining für Kinder, Jugendliche und Erwachsene | Mag. Tanja Nekola, Österreichische Akademie für Psychologie ÖAP, Wien
- Die geheimen Gefühle der Kinder – Was Kinder wirklich brauchen | Dr. phil. Udo Baer, Familienakademie der Kinderfreunde Steiermark, Graz
- Umgang mit Vermutungen und Verdacht bei Gewalt an Kindern und Jugendlichen | GS.A. Gewaltschutzakademie GmbH, Wien
- Psychologische Tumorschmerzbehandlung | Assoc.-Prof. Priv.-Doz. Mag. Dr. Kathrin Kirchheiner, Österreichische Akademie für Psychologie ÖAP, Wien

